Was ist der "Moving-Mettnau Day"?
Die Schüler*innen können an diesem besonderen Schultag aus vielen verschiedenen sportlichen Angeboten wählen - von Teamspielen über Fitness-Workshops bis hin zu kreativen Bewegungsaktionen ist für alle etwas dabei. Auch die Lehrkräfte sind mit vollem Einsatz dabei, indem sie Angebote organisieren, selbst leiten oder aktiv teilnehmen und so den Tag gemeinsam mit den Schüler*innen verbringen.
Der Moving-Mettnau-Day bietet eine tolle Gelegenheit, Neues auszuprobieren und sich gleichzeitig klassen- und abteilungsübergreifend besser kennenzulernen. Der Tag ist längst zu einem festen Bestandteil unseres Schullebens geworden und sorgt immer wieder für Begeisterung.
Ab in den Wald!
Am diesjährigen Mettnau Moving Day wurde Radolfzell einmal mehr zum Schauplatz einer ganz besonderen, gesamtschulischen Aktivität. Statt klassischem Unterricht standen Bewegung, Natur, Gemeinschaft und neue Erfahrungen im Mittelpunkt. Über die ganze Stadt verteilt – von Sporthallen bis in die freie Landschaft rund um Radolfzell am Bodensee – wurden unterschiedlichste Angebote organisiert: Schlittschuhfahren, Ballsportarten, Yoga, kreative Workshops, und vieles anderes mehr. Für jede und jeden war etwas dabei.
Teilgenommen hat der Autor an einem Angebot im Wald hinter Radolfzell, welches am Parkplatz des Schützenplatzes seinen Anfang nahm.
Mit Karte, Kompassgefühl und guter Laune
Am Treffpunkt im Wald wurden wir in zwei etwa gleich große Gruppen eingeteilt. Begleitet wurden wir von einigen sehr netten Lehrkräften, die nicht nur organisatorisch den Überblick behielten, sondern auch selbst mit spürbarer Freude dabei waren. Ausgestattet mit einer Karte des Waldes machten wir uns auf den Weg zu verschiedenen Stationen, die zwei freundliche junge Försterinnen im Vorfeld vorbereitet hatten.
Schon nach den ersten Metern war klar: Das würde kein gewöhnlicher Spaziergang werden.
Turmbau, Laufen und kreative Übungen
An den Stationen warteten ganz unterschiedliche Aufgaben auf uns – jede auf ihre eigene Art herausfordernd.
So sollten wir beispielsweise aus allem, was im Wald verfügbar war, innerhalb von 15 Minuten einen möglichst hohen Turm bauen. Äste, Stöcke, Laub – alles wurde mit strategischem Ehrgeiz und erstaunlicher Kreativität verbaut. Es wurde diskutiert, ausprobiert, umgeworfen und neu gebaut. Die Zeit verging schneller, als man dachte, und am Ende stand nicht nur ein beachtlicher Turm, sondern auch ein starkes Gefühl von Teamarbeit.
Besonders unterhaltsam war das Wald-Pantomimespiel. Begriffe wie „Habitatbaum" und andere teils wilde Forstbegriffe mussten ohne Worte dargestellt werden. Zwischen ratlosen Blicken, spontanen Geistesblitzen und viel Gelächter zeigte sich: Kommunikation funktioniert auch ohne Sprache, manchmal sogar besser als gedacht. Das bewahrheitete sich auch auf den Abschnitten zwischen den Stationen wo freundlich und offen unter anderem über den Wald, den Beruf, die Ausbildung aber auch das Menschliche daran gesprochen wurde.
Dazu kamen verschiedene Such- und Find-Spiele, (z.B was gehört in den Wald, was nicht?) bei denen wir den Wald noch einmal aus einem ganz neuen Blickwinkel wahrnahmen. Plötzlich wurden Details wichtig, die man sonst leicht übersieht – Formen von Blättern, besondere Strukturen von Rinde und Flechten an Bäumen, was auf dem Boden so alles liegt.
Abgerundet wurde das Ganze durch Stille- und Wahrnehmungsübungen. Momente, in denen es 5 Min ganz ruhig wurde. In denen man den Wald nicht nur sah, sondern hörte, roch und irgendwie auch fühlte. Gerade diese stillen Phasen bildeten einen spannenden Kontrast zu den lebhaften Gruppenaufgaben.
Kalte Luft, aber warme Stimmung
Das Wetter zeigte sich von seiner kühlen Seite. Es war wirklich kalt. Doch die Stimmung war das genaue Gegenteil. Warm, offen, gemeinschaftlich. Vielleicht lag es an der Bewegung, vielleicht an den Aufgaben, vielleicht an der guten Begleitung durch Lehrkräfte und Försterinnen – wahrscheinlich an allem zusammen.
Der Mettnau Moving Day hat einmal mehr gezeigt, dass Lernen und Gemeinschaft weit über das Klassenzimmer hinausgehen. Dass man im Wald nicht nur Bäume findet, sondern auch Teamgeist, Kreativität und eine neue Perspektive auf sich und die eigene Umgebung.
Und wenn man am Ende mit kalten Händen, aber einem warmen Gefühl nach Hause geht, dann war es wohl ein gelungener Tag.
C.S.