Altenpflegeklasse der Mettnau - Schule besucht
mit französischer Partnerschule die Hauptstadt Berlin

Quadriga auf dem Brandenburger Tor
Der Mittelkurs der
Berufsfachschule für Altenpflege (3BFA2) besuchte vom 21.-26. März 2010 im
Rahmen einer Studienfahrt die Hauptstadt Berlin. Dort trafen die 27
Auszubildenden der Mettnau-Schule die Schülerinnen unserer Partnerschule „Joseph
Vogt“ aus Masevaux. Ziel der Studienreise war das gemeinsame Kennenlernen der
politischen, pflegerischen und kulturellen Einrichtungen Berlins.
Einer der Höhepunkte unserer
Reise war der Besuch des Hospizes „Königin Elisabeth Herzberge“ in
Berlin-Lichtenberg. Herr Zank-Wins, der Leiter der Einrichtung, erläuterte die inhaltlichen
Schwerpunkte von Palliative Care und das interessante und sehr offene Konzept
des Hauses. Danach zeigte er uns das großzügig geschnittene Hospiz in
unmittelbarer Nähe eines Kindergartens und einer Schäferei. Die Schüler waren sehr
beeindruckt vom „Geist“ des Hauses und erstaunt über den hohen Personalschlüssel
des Hospizes.
Interessant gestalteten sich
die Besuche im Bundesgesundheitsministerium und im Bundestag. Dort wurden wir
vom MdB Peter Friedrich aus Konstanz zu einem Besuch im Plenarsaal, einer Gesprächsrunde und anschließendem Mittagessen in
der Bundestagscafeteria im Paul – Löbe - Haus eingeladen. Herr Friedrich verdeutlichte
in einem fast einstündigen Gespräch mit den Schülern die Tätigkeiten eines
Abgeordneten des Landkreises Konstanz und seine Einflussmöglichkeiten auf das
politische Geschehen zum Wohle unseres Landkreises und für die Städte und
Kommunen. Besonders interessant für uns als Angehörige der Gesundheitsberufe
war seine Stellungnahme zum Pflege-Weiterentwicklungsgesetz
vom 28. Mai 2008, an dem er maßgeblich beteiligt war. In der anschließenden
Gesprächsrunde hatten die Altenpflegeschüler Gelegenheit Herrn Friedrich direkt
zu befragen und forderten ihn durch eine lebhafte Diskussion auf, zu brisanten
Fragen der Sozialpolitik und direkt zur Personalsituation in der Pflege
Stellung zu beziehen.

Aussichtsplattform des Bundestages mit
Blick auf die Glaskuppel
Bei strahlendem Sonnenschein
bestiegen wir die Kuppel des Deutschen Reichstages und hatten einen
fantastischen Ausblick auf die Stadt Berlin.

„Goldelse“, Siegessäule
Für viele Schüler war es das
erste Mal, dass Sie mit einem Politiker direkt ins Gespräch kamen. Es hinterlässt
sicherlich bei einigen Auszubildenden einen bleibenden Eindruck, die Wirkstätte
unserer Politik kennen zu lernen und den Wert einer demokratischen Grundordnung
zu erfahren.
Unsere Kenntnisse in
Gesundheits- und Krankheitslehre vertieften wir im Anatomischen Museum der
Charitè. Dort erwarteten uns Modelle aller Organsysteme im gesunden und kranken
Zustand. Eine Reihe Moulagen (naturgetreue Wachsabdrücke) zeigte sehr
anschaulich und äußerst eindrücklich verschiedene Hauterkrankungen. Während
unserer interessanten Führung durch das Museum erfuhren wir zu vielen
ausgewählten Exponaten biografische und medizinische Hintergründe.
Der Besuch der „Gedenkstätte
Deutscher Widerstand“ im Dritten Reich ist für die Mettnau-Schule bei jeder
Berlinfahrt ein wichtiges Ereignis. Es dreht sich nicht nur um die stillen
„Helden“ des Widerstands im Nationalsozialismus, oder wie im Film „Operation
Walküre – Das Stauffenberg Attentat“ gezeigt wird um dramatisch inszenierte
Sensationslust. Vielmehr geht es darum, diese Situation auch auf die Pflege zu
übertragen, beispielsweise wenn Vorgesetzte blinden Gehorsam erwarten und wie
das Personal auf menschenverachtende Anweisungen reagiert. Die Kunst „Nein“ zu
sagen und die Angst vor Sanktionen im Beruf haben sich nicht geändert.

Fernsehturm
Weitere Besuche galten der
Gedächtniskirche, dem Fernsehturm, dem Checkpoint Charlie und dem Brandenburger
Tor. Beindruckend waren ein Spaziergang „Unter den Linden“ und natürlich der
Besuch des Sonny-Centers mit den angrenzenden Postarkaden zum Flanieren und Staunen.

Blick vom KaDeWe auf die Gedächtniskirche
Mit den 17 elsässischen
Schülerinnen der deutsch-europäischen Klasse im Gesundheits- und Sozialwesen
aus Masevaux veranstalten wir einen deutsch-französischen Abend im „Malete“,
einem anatolischen Cafe in Berlin-Mitte. Dieser Abend gab Raum, gemeinsam ins
Gespräch zu kommen und die vielen neuen und bunten Berlinerlebnisse
auszutauschen. Schwerpunkt der Gespräche war dabei die Kommunikation über die
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Pflegeausbildung in Deutschland und
Frankreich. Die französischen Schülerinnen zeigten sich aufgrund ihrer verschiedenen
Berlinexkursionen sehr interessiert an der Geschichte der Wiedervereinigung
Deutschlands.
Ein gemeinsamer Besuch des
Friedrichstadtpalasts zur atemberaubenden Wasserrevue „Qui“ rundete unsere
Studienfahrt kulturell ab.
Wir bedanken uns sehr
herzlich bei allen Institutionen, die die erlebnisreiche Studienfahrt mit
dieser Fülle an verschiedenen Programmpunkten finanziell unterstützt und
dadurch erst ermöglicht haben. Insbesondere gilt unser Dank den jeweiligen
Altenpflegeeinrichtungen, dem Freundeskreis der Mettnau-Schule, sowie dem
Verein zur Förderung der Krankenpflege und dem Deutschen Bundestag.
Hervorzuheben ist auch die Förderung des Deutsch-Französischen Jugendwerks
(DFJW) für die Unterstützung der Delegationen beider Länder, welches damit
einen wertvollen Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft leistete.
Katrin Bräutigam und Michael Zeiser

Bild: F.Kemmer
Die beiden Klassen der BFA 2 mit ihren Klassenlehrern Katrin Bräutigam
und Michael Zeiser.

Bild: Y.Palandre
Die französischen Schülerinnen mit ihrer Lehrerin Clemence Palandre in
Berlin.
